Müde wird wer nie durch Wunder geht
Die Faszination für einen EMS-Synthesizer führte Hans Tutschku 1982 mit 16 Jahren ins Ensemble für Intuitive Musik Weimar (EFIM). In der DDR setzte sich die Gruppe für tabuisierte Avantgardemusik und besonders für Karlheinz Stockhausen ein; nach dem Mauerfall führten Gastspiele das Ensemble in 30 Länder. Seit den 1980er Jahren beschäftigt sich Tutschku mit Georg Trakl. Als EFIM 1994 eine Lesung Karl Lubomirskis in Weimar musikalisch gestaltete, entdeckte er eine Poesie, die für ihn wie eine Weiterführung, Öffnung und Vertiefung Trakls resonierte. Noch stärker wirkte Lubomirskis Vortrag: seine innige und zugleich zurückhaltende Stimme. Seither setzte Tutschku mehrere seiner Gedichte in Kompositionen um. Ihre Verbindung blieb über räumliche Distanz lebendig – durch Begegnungen (u. a. 2014 in Tokio), neue Werke, Gedichte und Publikationen, die sie einander zusandten. Am 24. Oktober liest der inzwischen 87-jährige Karl Lubomirski im Dialog mit dem EFIM aus seinen Lyrikbänden.