In guter Nachbarschaft #44 – Lesung mit Carla Bessa (Rio de Janeiro/Berlin) u.a.
Die Lesereihe In guter Nachbarschaft hat die Autorin Carla Bessa (Rio de Janeiro/Berlin) mit ihrem neuen Roman tage leben (Matthes & Seitz Berlin / Rohstoff, 2025) zu Gast. Darin verbindet sie die Geiselnahme im Bus 174 in Rio de Janeiro im Juni 2000 mit der nahezu zeitgleichen Entführung und Ermordung ihres Bruders. Ein vielschichtiger und eindringlicher Roman über Gewalt, kollektives Trauma und poetisches Aufbegehren. Persönliche Erfahrung und ein Ereignis, das sich tief in das kollektive Gedächtnis Brasiliens eingeschrieben hat, verdichten sich dabei zu einer eindringlichen literarischen Erkundung von Verlust und Erinnerung. Carla Bessa (Rio de Janeiro/Berlin) studierte Schauspiel in Rio de Janeiro. 1991 emigrierte sie nach Deutschland, wo sie 15 Jahre als Schauspielerin und Theaterregisseurin arbeitete, bevor sie sich der Literatur zuwandte. Heute lebt sie zwischen Berlin und Rio und arbeitet als Literaturübersetzerin, Dolmetscherin und Autorin. Bis 2022 schrieb sie auf Portugiesisch und veröffentlichte in Brasilien drei viel beachtete Erzählbände (Aí eu fiquei sem esse filho, 2017; Urubus, 2019; und todas uma, 2022) sowie eine Novelle (Minha Murilo, 2021). Einige ihrer Werke wurden mehrfach ausgezeichnet – darunter mit dem renommierten Jabuti-Preis (dem wichtigsten Literaturpreis Brasiliens) und dem Preis der Nationalbibliothek – und u.a. ins Deutsche (Urubus Transit Verlag, übersetzt von Lea Hübner) übertragen. Im Rahmen der offenen Bühne lesen außerdem Jovana Engel und SchiRa eigene Texte. Jovana Engel, 2006 geboren in Halle (Saale), studiert Wirtschaftskommunikation in Berlin. Neben ihrem Studium arbeitet sie in einer Galerie und war Ensemblemitglied in einem deutsch-französischen Theaterprojekt in Kooperation mit dem Maxim-Gorki-Theater Berlin und dem Théâtre du Soleil in Paris. 2023 wurde sie zum Treffen junger Autor*innen der Berliner Festspiele eingeladen und gewann 2022 den Deutschen Jugendfilmpreis. Ihre Texte erschienen in der „Nagelprobe“ (Nr. 42, 2025), eine Übersetzung aus dem Altgriechischen in „Antike und Abendland“ (Band 71, 2025). SchiRa (Rea Schindler) geboren 1988 in Transsylvanien/Rumänien, studierte Komparatistik in Berlin / Wien, lebte dort und in Athen, nun Weimar/Thüringen. Brach ab und ging für mehrere Jahre in die Stille. Schreibt Lyrik, führt diese performativ auf. Zeichnet Comics. War tätig in Theater, Radio, Freizeitparks, Tattoo-Läden, Fitnesstudios, Buchhandlungen, als freischaffende Künstlerin. Die Lesereihe In guter Nachbarschaft ist ein Projekt der Literarischen Gesellschaft Thüringen e.V. und wird von der Kulturstiftung des Freistaats Thüringen gefördert.