Die Decke schwindet. Mi. 18.11.2026 | Bild 1
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Die Decke schwindet.

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Die Zauberflöte mit ihrem von Wolfgang Amadeus Mozart vertonten Libretto Emanuel Schikaneders wurde Ende September 1791 in Wien uraufgeführt. Doch dreimal in der Geschichte dieser Oper spielten Weimarer Autoren eine entscheidende Rolle. Das Vorbild zur Konzeption der Handlung nämlich fand Schikaneder in Wielands Märchensammlung Dschinnistan. Um die Welt aber ging die Zauberflöte mit einem Libretto von Christian August Vulpius, der im Auftrag Goethes den Text für die Weimarer Erstaufführung im Januar 1794 umzuarbeiten hatte und dabei in die Figurenkonzeption gravierend eingriff. Diese veränderte Aussageabsicht bestimmte über Generationen die Rezeptionsgeschichte der Zauberflöte und überlagert bis heute Verständnis und Nacherzählungen der Oper. Die Decke schwindet (Heidelberg, Winter 2025) erschließt Schikaneders Aussageabsicht in einem Close Reading durch den Abgleich von Handlung und Figurenrede. Eine intentionale Nähe des Werkes zu Goethes zeitgleich (August 1791) fertiggestelltem Lustspiel Der Groß-Cophta wird sichtbar. Daß auch Vulpius diese Nähe sehr wohl erkannt hat, beweist eine bisher unbeachtete Librettoreinschrift aus dem Goethe-Schiller-Archiv. Dr. Cornelie Becker-Lamers lebt als freie Autorin und Komponistin in Weimar. Neben zahlreichen Einführungen in zeitgenössische Thüringer Kunst publizierte sie Texte zur Literatur- und Kulturgeschichte sowie Singspiele für Kinder- und Jugendchöre. Bildnachweis: Mozart, Die Zauberflöte, handschriftliche Partitur der Weimarer Erstaufführung, Hochschularchiv | Thüringisches Landesmusikarchiv Weimar, historischer Notenbestand des Deutschen Nationaltheaters Weimar, Sign. D-WRha DNT 47, Bd. I, S. 58 (Foto: HSA | ThLMA).

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