Der Tod und das Mädchen
Ein Herzstück der Kammermusikliteratur ist zweifellos Schuberts 1824 komponiertes, erst posthum veröffentlichtes Streichquartett d-Moll, das die Tore weit in Richtung Romantik aufstößt. Benannt ist es nach dem 1817 entstandenen Lied »Der Tod und das Mädchen«, das Schubert im Variationensatz des Quartetts aufgreift und verschiedene seelische Zustände zwischen Ruhe, Widerstand und Hingabe an das Schicksal durchlaufen lässt. Extreme Kontraste und eine ungewöhnliche emotionale Dichte verbinden sich im gesamten Quartett mit klarer Struktur - das reife Meisterwerk eines 27-Jährigen! Das Sprungbrett hierfür bildet Haydns »Reiterquartett«, das vorbildlich für die klassische Tradition rhythmische Energie und spielerische Leichtigkeit vereint. Der rasante Finalsatz zeigt Haydns pointierte Gestaltungskraft und wirkte natürlich namensgebend.