Bis zum Ende der Gesanglichkeit
Vom romantischen Ideal des »singenden Tons« bis zu einer beinahe schwerelosen Klangsprache entfaltet diese Matinee einen tönenden Bogen, der die vielfältigen Möglichkeiten kammermusikalischer Kantabilität erkundet. Griegs frühes Andante con moto eröffnet das Programm mit einer konzentrierten, und doch liedhaften Tonsprache in dezent nordischer Färbung. Faurés Klaviertrio d-Moll führt die Idee des Gesanglichen dagegen in eine neue Richtung: Linien lösen sich von romantischer Schwere, Harmonie und Rhythmus gewinnen eine schwebende Offenheit. Musik, wie beflügelt von innerer Beweglichkeit. Felix Mendelssohn Bartholdys Klaviertrio op. 49 kann als Ausgangspunkt dieser Entwicklung gelten. Mit seiner Verbindung aus virtuoser Brillanz und weit gespannten Melodiebögen wurde das Werk zu einem Höhepunkt romantischer Kammermusik.