Öffentliche Vortragsreihe "Noble Gespräche"
Prof. Dr. Andrew G. Myers (Harvard University, Cambridge, USA) stellt in seinem Vortrag vor, wie es gelungen ist, Syntheseverfahren zu entwickeln, die es erlauben, neue antibiotisch wirksame Substanzen im Labor herzustellen und gezielt chemisch anzupassen. Antibiotika gehören zu den wichtigsten Errungenschaften der modernen Medizin. Doch die zunehmende Verbreitung resistenter Mikroorganismen und das Auftreten neuer Krankheitserreger machen die Entwicklung neuer Medikamente dringend erforderlich. Derzeit sinkt jedoch die Zahl der jährlich neu zugelassenen Antibiotika. Die Pharmaindustrie hat sich aus diesem Forschungsfeld weitgehend zurückgezogen. Viele unserer Antibiotika basieren auf Naturstoffen, die von Mikroorganismen produziert werden und ihnen zum Beispiel zur Kommunikation oder zur Abwehr von Konkurrenten dienen. Seit der Entdeckung des Penicillins durch Alexander Fleming im Jahr 1928 konnten zahlreiche Naturstoffe als vielversprechende Ausgangspunkte für neue Medikamente identifiziert und zu Antibiotika weiterentwickelt werden. Doch diese Strategie stößt inzwischen an ihre Grenzen. Neue Wirkstoffklassen mit resistenzbrechenden Wirkmechanismen entstehen nur noch selten. Der modernen Hochleistungsmedizin drohen daher herbe Rückschläge und eine drastische Erhöhung der Sterblichkeit durch nicht mehr beherrschbare Infektionen. Durch die neu entwickelten Verfahren können viele unterschiedliche Substanzen auf ihre antibiotische Wirksamkeit und ihr Potenzial zur Überwindung von Resistenzen getestet werden. Alle Interessierten sind herzlich zu dieser Veranstaltung eingeladen.