Vortrag Dr. Sven Leiniger
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Vortrag Dr. Sven Leiniger "Das verschollene spätmittelalterliche 'Rote Buch' von Langensalza"

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Die Stadt Langensalza war spätestens im 15. Jahrhundert eine prosperierende Stadt mit einer stark emanzipierten Bürgergemeinde, die sich selbst mittels eines Rates verwaltete. Das niedere Gerichtswesen hatte die Bürgerschaft vom Stadtherrn erworben. Die Stadt war wirtschaftlicher Mittelpunkt des Weiteren und näheren Umlandes und konnte sich mit Städten wie Eisenach und Gotha messen. In der Stadt wurden unterschiedlichste Güter des täglichen Bedarfs, aber auch Luxusgüter hergestellt und gehandelt. Eine wohlhabende städtische Oberschicht bestimmte zusammen mit dem landgräflichen Stadtherrn maßgeblich die Geschicke der Stadt. Aber auch Handwerksinnungen hatten sich herausgebildet und diese strebten nach Mitbestimmung bei städtischen Angelegenheiten. Ein solch differenziertes städtisches Leben musste strukturiert werden. Hierzu gab es, wie heute auch, schon im Mittelalter Ordnungen, Regeln und Gesetze. Diese waren schriftlich festgehalten und zugänglich. Abgelegt waren sie im städtischen Archiv. Um die wertvollen Originale zu schützen, wurden Abschriften angefertigt. Diese Abschriften waren in einem besonderen Buch abgelegt und standen dem Rat und seinen Angestellten jederzeit zur Verfügung, um beispielsweise strittige Rechtsfragen zu klären. In Langensalza war dieses Buch in rotes Leder eingebunden. Während viele der Originale des städtischen Archivs beim großen Stadtbrand von 1711 verloren gingen, überstand das Buch diesen. So berichtete Carl Friedrich Göschel in seiner am Anfang des 19.Jahrhunderts erschienen Langensalzaer Chronik auf wenigen Seiten von diesem Buch und seinem Inhalt. Während Göschel vor annähernd zweihundert Jahren das „Rote Buch“ von Langensalza noch in den Händen halten konnte, ist es heute nicht mehr auffindbar. Sein Verschwinden und sein Verbleib sind ungeklärt.   Der Vortrag selbst befasst sich mit der Bedeutung sogenannter mittelalterlicher Farbbücher und mit der Suche nach dem „Roten Buch“. Weiterhin soll der durch Göschel überlieferte Inhalt dargestellt und in den historischen Kontext gebracht werden. (Text: Dr. Sven Leiniger)

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