30 Jahre Grenzschützenprozesse - die tödliche Flucht von Heinz-Josef Große und die juristische Aufarbeitung des DDR-Grenzregimes
Mit der Friedlichen Revolution und der Deutschen Einheit setzte zugleich die juristische Aufarbeitung des DDR-Grenzregimes ein. Gegen die beiden Grenzsoldaten, die Heinz-Josef Große erschossen haben, wurde 1996 vor dem Landgericht Mühlhausen verhandelt. Das Gericht führte bis 2001 insgesamt 24 Grenzschützenprozesse. Die tödliche Flucht von Große war dabei in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich. Der Tatort, der inzwischen zum Außengelände des Grenzmuseums Schifflersgrund gehört, war nahezu im Original erhalten und wurde von den Richtern, Staatsanwälten und Verteidigern gemeinsam besichtigt. Außerdem war es der einzige Fall mit Augenzeugen auf dem Gebiet der Bundesrepublik. Das Gericht verhängte wegen gemeinschaftlichen Totschlags jeweils Freiheitsstrafen von 15 Monaten auf Bewährung. Podiumsgespräch mit Dr. Gerhard Sälter, Dr. Christian Stöber, Erich Barié, Lothar Ulrich und Anne Vaupel-Meier. Eine Kooperation mit dem Thüringer Ministerium für Justiz, Migration und Verbraucherschutz