Tschernobyl – Die Auswirkungen auf die Bevölkerung in Thüringen
Bei der Nuklearkatastrophe im sowjetischen Kernkraftwerk Tschernobyl am 26. April 1986 nahe der ukrainischen Stadt Prypjat gelangten große Mengen radioaktiver Stoffe in die Atmosphäre und verteilten sich weitläufig in Europa. Im Gegensatz zur Bundesrepublik berichtete die DDR nur sehr eingeschränkt über diesen Störfall und die daraus resultierenden Gefahren. Die Stasi stellte fest, dass selbst "progressive Bürger kritiklos diese feindlichen Parolen des Westens übernehmen und ihnen eine bestimmte Glaubwürdigkeit zuordnen" oder "Unterstellungen", die DDR verharmlose die Gefahr von radioaktiver Strahlung, glauben. Aus dieser Katastrophe erwuchs die Anti-Atomkraftbewegung in der DDR, die das Ministerium für Staatssicherheit noch bis 1989 beschäftigte. Thilo Günther (Bundesarchiv) recherchierte zu diesem Thema in den Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes und stellt die Ergebnisse seiner Arbeit am Donnerstag, 15. Oktober, um 17 Uhr in der Reihe „Stasi-Akte spezial“ vor. Neben Auszügen aus Stasi-Akten wird auch deren Ursprung und Quellenwert beleuchtet. Vorab findet um 16 Uhr eine Führung durch die Karteiräume und das Archiv statt. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, einen Antrag auf Akteneinsicht zu stellen. Dafür ist ein gültiges Personaldokument erforderlich.